Interview

Industriekaufmann

Name: Pascal Lühr
Alter: 24 Jahre
Ausbildungsberuf: Industriekaufmann
Ausbildungszeitraum: 08/2014 - 06/2017
Niederlassung: Hauptverwaltung Buchholz


1. Warum hast du dich für die Ausbildung zum Industriekaufmann entschieden?

Für mich stand schon vor dem Erreichen der allgemeinen Hochschulreife fest, dass ich im Anschluss an mein Abitur eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich absolvieren möchte. Mir war wichtig, zunächst eine betriebswirtschaftliche Basis zu schaffen und erste Berufserfahrungen zu sammeln. Daher war es für mich zum einen sehr attraktiv, sich auf einen kommunikativen und vor allem abwechslungsreichen Ausbildungsberuf zu bewerben, der sogar branchenunabhängig ausgeübt werden kann. Zum anderen war es aber auch reizvoll, einen Beruf zu erlernen, der ein breit gefächertes Aufgabenspektrum abdeckt und nach der Ausbildung viele Möglichkeiten bietet.


2. Was macht man eigentlich als Industriekaufmann?

Wie bereits erwähnt, ist das Aufgabenfeld eines Industriekaufmanns sehr umfangreich. Als Auszubildender durchläuft man in der Regel sämtliche Abteilungen des Ausbildungsbetriebes. Demnach beschäftigt man sich mit den unterschiedlichsten betriebswirtschaftlichen Prozessen eines Unternehmens. Von der Personalverwaltung über den Einkauf bis hin zum Rechnungswesen sammelt der Auszubildende verschiedenste Eindrücke des Betriebes. Selbst die Prozessabläufe in der Produktion und im Lager sind dabei von hoher Relevanz, um die Zusammenhänge in der gesamten Unternehmung nachzuvollziehen. Da die Firma Hoth als Baudienstleister aber nicht über eine klassische Produktion verfügt, beziehen sich die Prozessabläufe dort auf die Baustellen.


3. Wie wurde deine Ausbildung gegliedert? (Besonderheiten der Ausbildungsstelle, z. B. BBS)

Die Ausbildung zum Industriekaufmann dauert drei Jahre und erfolgt nach dem dualen System. Das bedeutet, dass sich der Auszubildende in den Berufsbildenden Schulen (BBS) theoretische Grundlagen aneignet und sie im Anschluss daran auf die Praxis projizieren kann. Im letzten halben Jahr setzt sich der Auszubildende mit einem Prozess aus dem sogenannten „Einsatzgebiet“ auseinander, über den er dann in seiner mündlichen Abschlussprüfung referieren muss.
Bei der Firma Hoth Tiefbau GmbH & Co. KG hat mir dabei besonders gut gefallen, dass ich bereits im ersten Ausbildungsjahr jede Abteilung mindestens einmal durchlaufen durfte und damals sogar mit einer Kolonne auf mehrere Baustellen gefahren bin. Diese Erfahrung war sehr hilfreich für den weiteren Verlauf der Ausbildung, um einen Eindruck in das Tagesgeschäft zu bekommen.


4. Was hat sich zwischen deinem Tagesablauf als Azubi und deinem Arbeitstag als Angestellter geändert?

Da ich bereits im letzten Ausbildungsjahr in der Buchhaltung zum Einsatz kam und auch nach der Übernahme in dieser Abteilung eingesetzt wurde, war der Büroalltag zunächst ähnlich strukturiert. Allerdings wurde der Aufgabenbereich von Zeit zu Zeit erweitert, wodurch letztendlich auch die Verantwortung anstieg. Außerdem durfte ich an vereinzelten „Sonderprojekten“, wie z. B. Planung und Durchführung der Inventur, Erstellung eines Energieaudits oder Gestaltung der Ausbildungspläne mitwirken.
Rückwirkend waren daher meine Bedenken bezüglich „einmal Azubi – immer Azubi“ unbegründet.


5. Welche deiner Eigenschaften/Fähigkeiten haben dir deiner Meinung nach besonders geholfen die Ausbildung zum Industriekaufmann zu bestehen?

Ich würde behaupten, dass meine kommunikative, aufgeschlossene Art während der Ausbildung sehr hilfreich war, da man gerade als Industriekaufmann im ständigen Austausch mit seinen Mitmenschen steht. Darüber hinaus bin ich ein durchaus strukturierter Typ, der Wert auf Genauigkeit legt und gerne mit Zahlen spielt. Diese Eigenschaften haben mir insbesondere im Rechnungswesen geholfen, da es dort sehr auf Ordentlichkeit ankommt und logisches Denken erfordert. Zusätzlich hatte ich schon immer ein großes Interesse an der Wirtschaft, wodurch mir mit Sicherheit auch das Lernen leichter gefallen ist. Letztlich haben mir auch meine Vorkenntnisse im Bereich der EDV einiges erleichtert.

6. Bist du als ehemaliger Auszubildender von Hoth im Kontakt oder vielleicht sogar Ansprechpartner für derzeitige Azubis?

Tatsächlich war ich nach meiner Ausbildung eine Zeit lang Ansprechpartner für die neuen Azubis, bevor ein eigener Arbeitsplatz rund um das Thema Ausbildung geschaffen wurde. Damals habe ich den neuen Azubis das Unternehmen vorgestellt und hatte auch im weiteren Verlauf immer ein offenes Ohr für die Auszubildenden – vor allem bei fachlichen Themen, aber natürlich auch bei persönlichen Dingen. Ab und an habe ich mir bewusst die Unterstützung von einem Auszubildenden eingefordert, um ihm auch mal eine Art „Sonderaufgabe“ zu übertragen, da ich das in meiner Ausbildung sehr spannend fand.

Für mich persönlich ist es selbstverständlich, dass sich Auszubildende, unabhängig davon, ob ausgelernt oder noch dabei, gegenseitig unterstützen. Denn wer könnte sich sonst besser in die Rolle hineinversetzen?!

7. Was hat dich während deiner Ausbildung überrascht? (Eine Situation/eine Aufgabe/Erwartungen an dich/etc.)

Besonders überrascht war ich über die vielen Lehrgänge und Veranstaltungen, an denen ich in den ersten drei Lehrjahren teilnehmen durfte. Dazu zählten überbetriebliche und EDV-spezifische Seminare, Klausurtagungen, Arbeitsstättenbegehungen, Sicherheitsunterweisungen (UVV) und natürlich Sommer- und Weihnachtsfeiern. So bekam ich die Möglichkeit, Kollegen aus anderen Niederlassungen kennen zu lernen, mit denen ich sonst nur am Telefon Kontakt hatte.

8. Welche Ziele hattest du während/nach deiner Ausbildung? (ggfs. Aufstiegsmöglichkeiten/Weiterbildungen) Hast du davon bereits etwas umsetzen können?

Während der Ausbildung hatte ich zu jeder Zeit den Ansporn, die Ausbildung bestmöglich zu absolvieren, um dann von der Firma Hoth übernommen zu werden. Da die Firma Hoth einen hohen Wert auf qualifiziertes Fachpersonal und Weiterbildung der Mitarbeiter legt, wurde mir in Kooperation mit der Firma ein berufsbegleitendes Studium angeboten. Aktuell bin ich daher „nur“ auf Teilzeit beschäftigt und studiere nebenbei Business Administration in Hamburg.


9. Was kannst du von dem was du in deiner Ausbildung gelernt hast gut in deinem Privatleben gebrauchen? (Tätigkeiten/Eigenschaften)

Durch die kaufmännische Ausbildung habe ich ein deutlich besseres Gefühl dafür entwickeln können, wie ich mit meinem privaten Vermögen umzugehen habe. Beispielsweise vergleiche ich seit meiner Ausbildung die Anbieter auf Preis und Leistung oder führe kleinere Kalkulationen durch, wenn etwas organisiert werden muss.

10. Hast du einen Tipp oder eine Anregung für zukünftige Auszubildende?

Ich kann den Beruf des Industriekaufmannes wirklich jedem empfehlen, der an einem angesehenen aber zugleich auch anspruchsvollen Ausbildungsberuf interessiert ist. Der Ausbildungsberuf bietet wirklich viele Möglichkeiten und dient perfekt als Sprungbrett für ein anschließendes Studium. Gleichzeitig möchte ich aber auch auf den nicht zu unterschätzenden Aufwand verweisen, der für die Ausbildung erbracht werden muss – wer jedoch dauerhaft am Ball bleibt, wird die Ausbildung mit Bravour meistern.

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, die Fragen zu beantworten! 

 

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